Hotel Harder Kulm

Erster Entwurf für das Hotel 1905

1913 soll das Hotel erweitert werden

Vom orientalischen Pavillon zum Grand Hotel

Bis zur Gründung des Heimatschutzes 1905 gab es in der Schweiz und im Kanton Bern keine Organisation oder Behörde, welche sich um die Ästhetik von Gebäuden im ländlichen Raum und besonders in den Bergregionen kümmerte. Hier waren die Bauherren und ihre Architekten Könige.

Ein Hotel gehörte dazu

Zu jeder Bergbahn gehörte ein Hotel mit gehobener Gastlichkeit. Die Gäste in den noblen Kurorten waren an Komfort gewöhnt und wollten diesen auch in den Bergen nicht missen. So bildete das Hotel Harder Kulm einen wichtigen Teil des Projekts. Wenn man die Ausbaupläne fünf Jahre nach der Eröffnung der Bahn ansieht, wird man den Verdacht nicht los, dass die Erbauer schon bei der Planung der Harderbahn einen Hotelkomplex wie jenen auf dem Bürgenstock im Visier hatten.

Erster Entwurf für das Hotel 1905.

Wie ein exotischer Weltausstellungspavillon

sah der erste Entwurf der Zürcher Architekten Forté und Westermann, datiert vom 20. Januar 1905, aus. Mit fernöstlichem Scharm und einem Hauch von kosmopolitischer Weltoffenheit. Sicher konnten die Vertreter des Heimatschutzes keinen Gefallen daran finden. Wie weit ihr Einfluss auf die Gestaltung der Gebäude reichte, ist aus heutiger Sicht schwer nachvollziehbar. Es könnte auch durchaus sein, dass sich die Bahnbauer von sich aus für eine bodenständige Architektur entschieden haben. Die Pläne der Ingenieure G. Boiceau und H. Muret aus Lausanne aus dem Jahre 1906 kamen besser an und entsprachen auch den Vorstellungen des Heimatschutzes.

Harderhotels werden geplant

Die ersten erfolgreichen Jahre der Harderbahn von 1908 bis 1912 beflügelten eine Gruppe von Investoren aus dem Kreis um Nationalrat Dr. Fritz Michel, sich mit Ausbauplänen zu befassen. Ihre Vorstellungen waren gewaltig. Das bestehende Hotel Harder Kulm sollte durch einen Erweiterungsbau nach Westen hin um 50 Gästebetten ergänzt werden. Auf der Hardermatte war ein Hotel mit 100 Betten vorgesehen. Wann genau diese Pläne geschmiedet wurden, ist nicht klar, die Unterlagen enthalten weder Daten noch Unterschrift. Das Einzige was auf den Zeitpunkt hinweist, sind die Pläne für die Erweiterung auf dem Harder Kulm aus dem Jahre 1913. Ein Jahr später brach der Erste Weltkrieg aus, das Projekt blieb in der Schublade liegen.

1913 soll das Hotel erweitert werden